Prominent unterstützt durch die Gesamtmitarbeitervertretung der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Mitarbeitervertretungen (MAV) sind betriebliche Interessenvertretungen nach kirchlichem Arbeitsrecht. Sie sind den Betriebsräten ähnlich.

GMAV der Stitung Bethel  informiert


2017-2022: Abwicklung der vor erst drei Jahren gegrün­deten Sekundärschule?

»Schullandschaft wird gestrafft«, so lautet in der Pressemitteilung Bethels die freundliche Umschrei­bung der Entscheidung, dass die erst 2013 auf Beschluss des Vor­stands gegründete Sekundär­schule ab 2017 keine Schülerin­nen und Schüler mehr aufneh­men und 2022 abgewickelt sein soll.

Mit weniger freundlichen Über­schriften wie »Ein Debakel« oder »Der Glaube an Bethel ist erschüttert« betitelt die Lokal­presse in den folgenden Tagen Berichte und Kommentare zu diesen Planungen. Auch über­regionale Presse, Rundfunk und Fernsehen begleiten anhaltend den kritischen Diskussionsprozess um die Schulschließung, an dem sich zunehmend auch Experten aus Politik und Wissenschaft unter Hinweis auf den Modell­charakter der Sekundärschule Bethel beteiligen.

Schülerinnen, Schüler und Eltern der direkt betroffenen und auch anderer Schulen sind konster­niert oder empört. Unter dem Motto »Gemeinsam bleiben« etabliert sich eine Initiative, die mit vielfältigen Aktionen und starker Resonanz für den Erhalt der Sekundärschule wirbt. So­lange keine für die Betroffenen tragfähige Lösung gefunden wird, ist ein Ende dieser Aktivitä­ten nicht absehbar.

Ansehen in der Öffentlichkeit und Vertrauen als »Kapital«

»Das Ansehen der v. Bodel-schwinghschen Stiftungen Bethel in der Öffentlichkeit ist gut.« Überwiegend zustimmend äußerten sich zu dieser Einschät­zung bei der Mitarbeitendenbe­fragung insgesamt 72%, im Schulbereich sogar 83%. Dies ist ein insgesamt positives und aus­baufähiges Ergebnis.

Dagegen gibt es Anlass zur Sorge, wenn dieses »Kapital« des Ver­trauensvorschusses bei Nutze­rinnen und Nutzern, aber auch potenziellen künftigen Mitarbei­tenden Schaden nimmt. Vertrau­ensverlust kann auch im ökono­mischen Sinne teuer werden.

Die Entscheidung für eine Schule wird von Familien zum Beispiel im Hinblick auf Schul- und Arbeits­wege sowie Gemeinschaft mit Freunden und Geschwistern wohl überlegt getroffen und prägt einen umfangreichen Lebensab­schnitt. Eltern, Schülerinnen und Schüler der Sekundärschule durf­ten nach jahrzehntelangem Be­stehen von Gymnasium und Real­schule darauf vertrauen, dass Bethel ein verlässlicher Schulträ­ger ist. Die Gründung der Sekun­därschule erschien unter diesen Voraussetzungen als »Verspre­chen« für die Zukunft. Löst der Träger dies nicht ein, so wird das bei dem beschriebenen hohen medialen Interesse nicht nur von den Betroffenen der Schulen in Bethel, sondern in ganz Bielefeld und darüber hinaus wahrgenom­men. Die Konsequenz eines Ver­trauensverlustes bleibt somit nicht auf die Sekundärschule beschränkt.

Auch Mitarbeitende haben die­sem Versprechen vertraut und z.T. Beamtenstellen beim Land aufgegeben oder ausgeschlagen, um am Aufbau der Sekundär­schule mitzuwirken. Unter schlechten räumlichen Rahmen­bedingungen wurden mit gro­ßem Engagement Konzepte entwickelt und umgesetzt. Mit Erfolg: 75 Plätzen standen zuletzt 150 Bewerbungen gegenüber. Mit einer Auflösung der Schule würden diese Leistungen entwer­tet und Arbeitsplätze abgebaut. Diesen Umgang und das Risiko nehmen auch andere (poten-zielle) Mitarbeitende wahr und ziehen ihre Schlüsse daraus. Zur vom Vorstand gemäß Vision 2017-2022 angestrebten Profi­lierung als »attraktiver Arbeit­geber«, übrigens auch gemäß Urteil der Mitarbeitendenbefra­gung aktuell wichtigste strategi­sche Herausforderung, trägt dies sicher nicht bei.

Zwingende, unvorhersehbare wirtschaftliche Gründe?

Es gibt Situationen, in denen sol­che Entwicklungen schmerzhaft, aber wirtschaftlich unvermeidbar sind. Weder der örtlichen MAV noch der GMAV liegen jedoch Wirtschaftsdaten vor, die für den Träger gravierende und unvorher­sehbare Veränderungen der Rah­menbedingungen in den letzten drei Jahren erkennen lassen.

Davon unabhängig mag es unter­nehmerische Gründe dafür ge­ben, Stiftungsvermögen aus dem Schulbereich in andere Bereiche zu lenken. Schulen erfordern stets einen Eigenbeitrag des Trägers, eine zahlenmäßig erfassbare Ren­dite für den Träger können sie anders als andere Bereiche nicht erwirtschaften.

In keinem Fall aber ist es ein guter Stil, im Vorfeld eines Beschlusses der Schulschließung weder die Schulgemeinschaft (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Mitarbeitende) noch die für den betroffenen Ortsteil Gadderbaum zuständigen Lokalpolitiker dar­über zu informieren, dass eine solche überhaupt erwogen wird. Der Verzicht auf Information und Beteiligung der Mitarbeiterver­tretung ist aus deren Sicht auch rechtlich nicht zulässig, eine kir­chengerichtliche Klärung steht noch an.

Lesen Sie die Stellungnahme hier im Original

Prominent unterstützt durch Susanne Thurn

Susanne Thurn war von 1990 bis 2013 Leiterin der Laborschule Bielefeld, sie äußert sich in einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der v. Bodelschwinghschen Stiftungen, Ulrich Pohl:

Pastor Ulrich Pohl
Königsweg 1
33617 Bielefeld


Sehr geehrter Pastor Pohl,


ich schreibe Ihnen als Pädagogin und Christin, die mit großer Wehmut lesen musste, dass Bethel seine Sekundarschule nach nur drei Jahren aufgeben möchte.

Als die Schule eröffnet wurde, dachte ich: ENDLICH! Endlich bewegen sich auch in Bielefeld christliche Einrichtungen in Richtung einer Pädagogik, die für ALLE Kinder ohne Ausnahme und Auswahl da ist. Ich denke, nur mit dem weitgehenden Verzicht auf Selektion, entsprechend einer Pädagogik ohne Demütigungen, Abschulungen, Ausgrenzungen und mit dem erklärten Willen, allen Kindern in ihrer reichen Verschiedenheit gerecht werden zu wollen, kann der urchristliche Auftrag erfüllt werden: Gerade die „Mühseligen und Beladenen“ haben uneingeschränkte Teilhabe verdient. Also: Eine inklusive Schule ist in Bethel überfällig gewesen, auch wenn die Sekundarschule nur ein erster Schritt darauf hin sein konnte, ließ man doch das Gymnasium unangetastet. In der Zeitung war seinerzeit voller Stolz der Gründer zu lesen, in Bethel eine erste integrative Schule errichten zu wollen, auch wenn man dabei vergaß bzw. nicht gerne zugestand, dass es eine solche seit 1974 gibt (mit nachweislich allen Arten auch schwerster Behinderungen, was in der Zeitung von Seiten Bethels noch bestritten wurde). Wir aus der Laborschule haben uns damals nicht gewehrt, weil wir froh und dankbar waren, dass Bethel mit einer solchen Haltung im Vordergrund stehen und in die richtige Richtung voranmarschieren wollte.

Und nun ein AUS nach nur wenigen Jahren? Waren finanzielle Ressourcen nicht seinerzeit schon hochrechenbar? Und kann man wirklich mit diesem Grund christliche Überzeugungen so scheinbar mühelos opfern? Hätte es bei unvorhersehbaren finanziellen Einbrüchen im Sinne christlicher Tugenden, für ALLE Menschenkinder gleichermaßen eintreten zu wollen, nicht konsequenterweise Überlegungen geben müssen, das bestehende Gymnasium einzubeziehen, um dann wirklich „Eine Schule für ALLE“ zu gründen? Alle wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass das gemeinsame Unterrichten und miteinander Leben in einer Schule allen Kindern nützlich ist und zu hohen Leistungen bringt, sowohl jene, die viel an besonderer Förderung bedürfen als auch jene, die mühelos leicht und viel lernen können (zuletzt umfangreich zu Gemeinschaftsschulen in Berlin erforscht durch Vielhuf/Bastian). Warum geht gerade Bethel hier nicht vorbildhaft weiter voran und macht sich auf den Weg in eine Zukunft, die der christlichen Botschaft deutlich näher kommt als unser auf Selektion und Ausgrenzung beruhendes deutsches staatliches Schulsystem, das bereits zu Anklagen durch die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen geführt hat.

Natürlich weiß ich, dass es gerade in Deutschland schwer fällt, von Überkommenem Abschied zu nehmen, weiß, dass Reformen langen Atem und behutsame Schritte benötigen. Aber die Richtung, auf die hin man sich bewegt, muss stimmen – die Sterne, die man erreichen möchte, müssen erkennbar sein, damit man die kleinen mühseligen Schritte erträgt. Mir scheint, Bethel geht mit seiner Entscheidung nun den Weg zurück statt voran und verrät die pädagogischen Sterne.

Ich hoffe sehr, dass die Entscheidung noch einmal überdacht und revidiert werden kann und dass Sie Ihren Einfluss geltend machen wollen. Gerne stehe ich Ihnen zu Gesprächen zur Verfügung.

Prof. Dr. Susanne Thurn

Kopie an das Bündnis „Sekundarschule bleibt!“

Susanne Thurn (* 1947) ist eine deutsche Geschichtsdidaktikerin. Sie ist Lehrerin, Professorin und war von 1990 bis 2013 Leiterin der Laborschule Bielefeld an der Universität Bielefeld.

Lesen Sie den Brief hier im Original

Prominent unterstützt durch Maike Finnern

Maike Finnern, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft äußert sich in einem Brief zur Sekundarschule Bethel:

Liebe Frau Lessmann, Die GEW NRW zeigt sich solidarisch mit allen, die sich für den Erhalt der Sekundarschule Bethel in Bielefeld einsetzen. Gute Bildung braucht Kontinuität. Die geplante Schließung der Sekundarschule wird sowohl dem Anspruch der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern auf gute Bildung nicht gerecht. Sie ist aber a uch ein Rückschlag für die Kolleginnen und Kollegen, die sich mit viel Engagement, Ideen und Mut auf die neue Schulform Sekundarschule und das inklusive Lernen an der Sekundarschule Bethel eingelassen und dort mit Überzeugung gearbeitet haben. Die evangeli sche Kirche als Arbeitgeber ist in der Verantwortung für ihre Beschäftigten.

Liebe Frau Lessmann, da ich selber in Bielefeld wohne, habe ich den Prozess, der sich nach der Ankündigung der Schließung der Sekundarschule entwickelt hat, aufmerksam verfolgt und wünsche Ihnen viel Erfolg.

Maike Finnern

stellvertretende Landesvorsitzende
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Landesverband Nordrhein - Westfalen
Nünningstr. 11
45141 Essen

Prominent unterstützt durch Wolfgang Thierse

Foto Wolfgang Thierse

Wolgang Thierse
sozialdemokratischer Politiker und ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages schickt folgendes Statement:

„Das wäre ein grober Missgriff, wenn die Sekundarschule Bethel geschlossen würde! Inklusion ist doch eine der großen bildungspolitischen Herausforderungen heute. Und wo sonst als in Bethel sollte ein richtiger Ort dafür sein!
Ich unterstütze „pro Sekundarschule“ nachdrücklich.
Wolfgang Thierse“

Wikipedia zu Wolfgang_Thierse (Auszug):

Wolfgang_Thierse (* 22. Oktober 1943 in Breslau) ist ein deutscher Politiker (SPD), von 1998 bis 2005 war er Präsident des Deutschen Bundestages und von 2005 bis 2013 dessen Vizepräsident.

Prominent unterstützt durch Arminia Bielefeld

  Logo Arminia Bielefeld
DSC Arminia Bielefeld e.V. • Postfach 10 04 87 • 33504 Bielefeld  
An das Bündnis „Sekundarschule bleibt!“ Bielefeld, 04.11.2016

Nicht aufgeben!

Liebe Schüler, Lehrer, Eltern, Förderer und Freunde der Sekundarschule Bethel,

Ja – Vielfalt belebt! Die Sekundarschule Bethel ist ein Musterbeispiel für lebendige Inklusion und eine höchst sinnvolle Ergänzung unseres Bildungssystems. Wir möchten Ihnen unsere besten Wünsche für den Kampf gegen die Schließung dieser einzigartigen und erfolgreichen Schulform senden, denn ohne sie wird es in Bielefelds Schullandschaft wieder ein bisschen grauer.

Vergessen Sie nicht: wir sind Ostwestfalen. Wir sind stur, hartnäckig und kämpferisch. Wir geben nicht auf, auch wenn der Widerstand übermächtig scheint. Wir treten ein für unsere Überzeugungen! Dass Ihr Kampf am Ende erfolgreich ist, wünschen wir Ihnen von Herzen.

Mit schwarz-weiß-blauen Grüßen,

Hans-Jürgen Laufer

Briefunterschrift Präsident Arminia Bielefeld

(Präsident DSC Arminia Bielefeld e.V.)

Maskottchen Arminia Bielefeld und Logo Gemeinsam bleiben

Lesen Sie hier den Brief im Original

Prominent unterstützt durch die Fakultät der Erziehungswissenschaften der Uni Bielefeld

Logo der Universitaet Bielefeld 

Fakultät für Erziehungswissenschaft

Der Dekan

 

Universität Bielefeld | Postfach 10 01 31 | 33501 Bielefeld

 

Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bielefeld

Stadt Bielefeld

Prof. Dr. Oliver Böhm-Kasper

Dekan

Raum: Q2-141

Tel.: 0521.106-4356

Fax: 0521.106-6028

dekanat.ew@uni-bielefeld.de

www.uni-bielefeld.de/ew

 

Bielefeld, 24.10.2016

Offener Brief der Fakultät für Erziehungswissenschaft an den Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel,

die Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld bedauert Ihre Entscheidung, die im Jahr 2013 neu eingerichtete Sekundarschule der Friedrich-v. Bodelschwingh-Schulen nicht mehr weiterzuführen. Als Grund für diese Entscheidung werden von Ihnen zu hohe Investitionskosten benannt, die eine Weiterführung aller Schulen in der jetzigen Form nicht zulassen würden. Eine Bewertung, inwieweit diese Begründung für einen als alternativlos dargestellten Beschluss des Bethel-Vorstandes trägt, ist nicht Aufgabe der Fakultät für Erziehungswissenschaft. Die Fakultät für Erziehungswissenschaft möchte mit diesem offenen Brief sowohl den Bethel-Vorstand als auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bielefeld darauf aufmerksam machen, dass mit der Schließung der Sekundarschule in Bethel eine pädagogisch sinnvolle und vorbildhafte Idee gemeinsamen Lernens von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen nach kurzer Zeit aufgegeben wird. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der hohen Akzeptanz dieser Sekundarschule in der Bielefelder Elternschaft umso bedauerlicher. Die Entscheidung des Bethel-Vorstandes steht zudem im Gegensatz zum bildungspolitischen Willen im Land Nordrhein-Westfalen, der in den Sekundarschulen eine attraktive, umfassende und wohnortnahe Ergänzung vorhandener Schulformen sieht.

Mitglieder der Fakultät für Erziehungswissenschaft haben sich bereits engagiert für die Gründung von Sekundarschulen in der Stadt Bielefeld eingesetzt. Sekundarschulen bieten im Vergleich zu anderen Schulformen weitergehende Differenzierungsmöglichkeiten. Diese gestatten es, Kinder noch besser nach ihren Talenten und Begabungen individuell zu fördern und dabei auch gymnasiale Standards zu gewährleisten.

Schon allein diese Idee einer integrierten, ganztägigen Schulform mit längerem gemeinsamem Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Leistungspotentialen ist es wert, aufrechterhalten zu werden. Für die Sekundarschule in Bethel ist zudem hervorzuheben, dass es in dieser Schule Klassen mit sogenanntem „Gemeinsamen Unterricht“ gibt, in denen Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf qualitätsvoll und verlässlich zusammen unterrichtet werden. So ist z.B. die in Bethel praktizierte permanente Doppelbesetzung von Lehrkräften in diesen Klassen in anderen Schulen noch keine Selbstverständlichkeit und wird seitens der Fakultät für Erziehungswissenschaft ausdrücklich begrüßt!

Unsere Fakultät, mit aktuell rund 5.000 eingeschriebenen Studierenden, beschäftigt sich schon seit vielen Jahren intensiv mit Fragen der Inklusion und bildet auch Studierende im Rahmen der Integrierten Sonderpädagogik aus. Mit diesem integrierten sonderpädagogischen Bachelor- und Masterstudium ist von unserer Fakultät eine bundesweit neue Konzeption entwickelt worden, die eine bis dato vorliegende fachliche Trennung zwischen allgemeiner Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik überwindet und die Qualifizierung für entsprechende pädagogische Berufsfelder verschränkt. So kann hier ein kombinierter Abschluss für ein allgemeines Lehramt und für das Lehramt Sonderpädagogik im Bereich der Primarstufe (Grundschule) oder der Sekundarstufe I (z.B. auch für die Sekundarschule) erworben werden. Aktuell betreibt die Fakultät einen breit angelegten Ausbau des Themas „Inklusion“, der in fast allen Bereichen der Fakultät zu thematischen und personellen Erweiterungen führen wird. Wir teilen in unserer Fakultät – ähnlich wie es auch der Bethel-Vorstand in einem Positionspapier im Jahr 2014 formuliert hat – ein breites Inklusionsverständnis, d.h. wir verstehen unter Inklusion die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen mit ihren unterschiedlichsten Begabungen, Problemlagen, Kenntnissen und Fähigkeiten. Inklusion ist kein ausschließlich schulisches Thema, sondern umfasst alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund stimmt es die Mitglieder der Fakultät umso trauriger, dass die vorbildhafte Entwicklung der Sekundarschule in Bethel als gemeinsame, inklusive Schule jäh beendet werden soll. Gleichzeitig sind der Fakultät für Erziehungswissenschaft die bildungspolitischen und finanziellen Sachzwänge durchaus bewusst: Die von Bethel geleisteten freiwilligen und fortschrittlichen Inklusionsanstrengungen müssen für zwei parallele Systeme (Förderschulen & allgemeinbildende Schulen) finanziert werden. Die bisherigen Erfolge der Sekundarschule und deren hohe Wertschätzung in der Bielefelder Bürgerschaft sind jedoch auch Werte, die bei der Betrachtung finanzieller Belastungen gewürdigt werden sollten.

Die Fakultät für Erziehungswissenschaft möchte dem Bethel-Vorstand und der Stadt Bielefeld ihre Unterstützung bei der Auslotung alternativer Lösungen anbieten, die auf einen Erhalt aller Friedrich-v. Bodelschwingh-Schulen gerichtet ist. Wir würden uns über einen gemeinsamen Austausch freuen!

 

Für die Fakultät für Erziehungswissenschaft

Der Dekan

 

Prof. Dr. Oliver Böhm-Kasper

 

Lesen Sie hier den Offenen Brief im Original.

Prominent unterstützt durch Hera Lind

Hera Lind äußert sich per Brief zum Erhalt der Sekundarschule Bethel:

Hera Lind

Liebe engagierte Schülerinnen, Schüler und Eltern, 
mit großer Begeisterung habe ich von Ihrem Engagement zur Erhaltung der Sekundarschule Bethel gelesen. 

Die Sekundarschule Bethel - als einzige ihrer Art in Bielefeld - nach nur drei Jahren auslaufen zu lassen und somit ein sehr erfolgreiches Schulmodell nicht weiter zu fördern, ist auch für mich eine sehr überraschende und nicht nachvollziehbare Nachricht gewesen. 
Dass sie alle diese Entscheidung nicht hinnehmen möchten, kann ich sehr gut verstehen und wünsche Ihnen für ihr weiteres Engagement viel Kraft und Erfolg!

Herzliche Grüße
Hera Lind

 

Wikipedia zu Hera Lind (Auszug):

Hera Lind (* 2. November 1957 in Bielefeld; eigentlich Herlind Wartenberg) ist eine deutsche Sängerin, Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin.

Prominent unterstützt durch Klaus Hurrelmann

Klaus Hurrelmann, deutscher Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler, äußert sich per Brief zum Erhalt der Sekundarschule Bethel:

Frau Leßmann,

die Nachricht, dass die Von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel "Ihre" Sekundarschule schließen möchten, hat mich sehr überrascht. Die Schule passt wunderbar in das Gesamtkonzept von Bethel hinein und kann geradezu als ein pädagogisches Aushängeschild wahrgenommen werden. Nach meinem Eindruck ist die Schule auch im Gesamtkonzept der Schullandschaft von Bielefeld gut positioniert. Deswegen habe ich volles Verständnis dafür, dass Sie als Elternvertretung aktiv gegen diesen Beschluss angehen. Meine Erfahrung ist, dass bei einer intensiven Unterstützung aus der Elternschaft und einem entsprechend starken öffentlichen Auftritt meist doch noch eine gute Lösung gefunden wird. Das wünsche ich Ihnen als alter Bielefelder und begeisterter Unterstützer humaner Schulen von Herzen.

Viele Grüße,

Klaus Hurrelmann


Dr. Klaus Hurrelmann
Professor of Public Health and Education
Hertie School of Governance
Friedrichstr.
180
10117 Berlin
Tel 030-259219-322/305
Mobil 0170-2822991
hurrelmann@hertie-school.org

 

Wikipedia zu Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Auszug):

Klaus Hurrelmann ist ein deutscher Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler. Nach langjähriger Tätigkeit an der Universität Bielefeld arbeitet er seit 2009 als Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin.

Hurrelmann ist Mitglied des Expertenrats Demografie beim Bundesminister des Innern, der den Ausschuss von Staatssekretären verschiedener Bundesministerien seit März 2010 beim Thema "Gestaltung der demografischen Entwicklung" berät.